BURKHARD ZANDER · ATELIER FÜR CEMBALO UND CLAVIER

Cembalo Dulcken
Kölner Philharmonie

Vorlage

Historisch orientierter Nachbau eines zweimanualigen Cembalos nach Johannes Daniel Dulcken in Antwerpen um 175o, in der äußeren Erscheinung französischer Instrumente des 18. Jh., angefertigt für die Kölner Philharmonie.

Gesamtansicht Cembalo Dulcken - Philharmonie Köln

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Cembalo Dulcken - Philharmonie KölnCembalo Dulcken - Philharmonie KölnCembalo Dulcken - Philharmonie KölnCembalo Dulcken - Philharmonie KölnCembalo Dulcken - Philharmonie KölnCembalo Dulcken - Philharmonie Köln

Disposition

Tonumfang von fünf Oktaven von FF – f3, Transponiereinrichtung für drei Tonhöhen 392 / 415 / 440 Hz durch Verschieben der Tastaturen, französische Disposition mit 2 x 8’ und 4’ Register mit Schiebekoppel und Lautenzug auf dem oberen Manual. Saitenmensur von 36cm beim c2 im Untermanual. Die sehr gestreckte Form des Cembalos mit ungewöhnlich langen Bassaiten führt zu großer Klarheit und Farbenreichtum in den tieferen Lagen. Ein raffiniertes toucher, lebendige Ansprache und Strahlkraft sind zwar Merkmal aller Instrumente der Marke Zander, aber gerade dieses Modell hat sich im großen Saal der Kölner Philharmonie auch bei größeren Besetzungen als durchsetzungsfähig und als stilistisch vielseitig erwiesen.
Äußere Abmessungen: Länge 256 cm   Breite 97 cm   Höhe 27,5 cm. Gewicht ohne Unterbau: 65 kg.

Fußgestell und Dekor

Vollständig zerlegbares Fußgestell im Stil Louis XIV mit zwei Rahmen aus frz. Nußbaum und neun profilierten Beinen. Traditioneller Farbaufbau am Gehäuse mit Kreidegrund, Farbanstrichen, und lasierendem Auftrag von Lacken mit abschließender Schellackmattierung. Farbtöne außen: sehr dunkles schwarzgrün mit Auflage von Blattgold 23 Karat, entsprechend eingelegte farbige Füllungen und Blattvergoldung bei den Säulen des Fußgestells. Farbton auf der Innenseite der geöffneten Deckel Zinnoberrot, ebenfalls durch Blattvergoldung gerahmt. Hochwertige Malerei auf dem Resonanzboden nach Vorlage eines Dulcken-Cembalos von 1745 (Kunsthistorisches Museum Wien), sowie umlaufende Arabeske auf den Innenzargen, beides ausgeführt durch Elisabeth Engelbrecht in Winsen a.d. Luhe in 2011.

Materialauswahl

Zahlreiche europäische Hölzer sind in traditioneller Weise zum Einsatz gekommen, insbesondere feinjähriges Fichtenholz für Resonanzböden aus den Hochlagen der Alpen sowie Pappel und Weidenholz für die Herstellung des Gehäuses. Stimmstock aus Eiche, Stege und Rechen aus Buche, Claviaturen aus Lindenholz belegt mit Knochen, Mooreiche und Ebenholz, Tastenfronten verziert mit einem Motiv aus Pergamant auf dunkelrotem Karton. Verwendung von französischem Walnussholz bei Fußgestell und Notenpult, teilweise auch im Claviaturraum. Spezielle Eisen- Messing- und Kupfersaiten (Typ A+ von M. Rose, GB) für die lange Saitenmensur, Springer (A.Swainson, GB) aus Birnbaum mit Kunststoffplektren aus Delrin, handgefertigte Stimmwirbel in drei verschiedenen Größen, gedrechselte Registerknöpfe aus Schlangenholz, an den Deckeln gegossene Messingscharniere (D.Law, GB) nach Mustern von Dulcken. Maßgeschneiderte Transporthüllen für Instrument, Fußgestell, Beine und Notenpult (J. C. Minet, FR).

Historisches Umfeld

Johannes Daniel Dulcken war Begründer einer Instrumentenbauerfamilie im 18. Jh von damaligem 'Weltrang'. Er entstammt einem Pastorenhaus in Wingeshausen bei Bad Berleburg (geb. 17o6), und hat sich sich als junger Mann mehrere Jahre in Maastricht aufgehalten. Seine wichtigste Schaffensperiode war seit 1738 in Antwerpen, wo auch sein Schüler J.P.Bull bekannt wurde. Er lebte bis 1757 und starb bereits im Alter von 51 Jahren.

Der Musikgelehrte Charles Burney schrieb in seinen Reiseberichten: „The harpsichordmaker of the greatest eminence after them (i.e. the Ruckers) was J. D. Dulcken. He was a hessian.“ Zwei Söhne haben den Cembalobau in Amsterdam und Brüssel weitergeführt, ein Enkel, Louis Dulcken war seit 1778 in München bekannt als Hersteller von Fortepianos. (Ein originales und spielbereites Hammerclavier von seiner Hand befindet sich im Besitz des Westdeutschen Rundfunks und wurde seinerzeit umfassend restauriert.)

Fünf einmanualige und fünf zweimanualige Instrumente von J. D. Dulcken haben sich aus dem Zeitraum von 1745 – 1755 erhalten. Sie bezeugen eine konsequente Weiterentwicklung der viel kleineren Antwerpener Cembali des 17. Jhts., und führen durch Umfangserweiterungen zu Instrumenten von großer Länge und Breite, ohne das Klangideal seiner Vorgänger zu ‚verraten’.

Deutz am Rhein 2012, Cembalo Nr. 48

Weitere Referenzen (Auszug)

Cembalo Ruckers ‚Grand Ravalement’ Hochschule für Musik und Tanz Köln 2017
Cembalo Ioannes Couchet 1645 In Privatbesitz 2017
Cembalo Blanchet double Mozarteum Salzburg 2014
Clavichord 5 Oktaven Hochschule für Musik Hannover 2013
Cembalo Blanchet double Folkwang Universität der Künste, Essen und Duisburg 2011
Cembalo Couchet single Braunschweiger Dom 2004
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